Beziehungskiller Schnarchen

Wenn der Partner nachts an der Ehe / Beziehung sägt

In statistischen Erhebungen werden zwar zumeist Untreue, Egoismus und Entfremdung als größte Gefahren für eine Beziehung genannt, der gemeinsame Alltag wird allerdings bisweilen durch die vermeintlich sympathischen „Schwächen“ des Partners auf eine deutlich härtere Probe gestellt. So hat nicht zuletzt auch das Schnarchen schon so manche Liebe erkalten lassen: Die permanente nächtliche Geräuschkulisse stellt sich insbesondere für die ihr Schicksal zunächst still erduldenden Partner als eine enorme Belastung heraus.

Geht es um das Schnarchen, lassen sich „Täter“ und „Opfer“ meist fein säuberlich nach Geschlechtern trennen. Obwohl schlechte Angewohnheiten wie Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie Übergewicht das für das Schnarchen verantwortliche Flattern von Gaumens und Zäpfchen oftmals verstärken, ist dem größten Risikofaktor leider nicht so ohne weiteres beizukommen. Ganz unabhängig vom Lebenswandel sind schließlich überproportional häufig Männer in den besten Jahren als Ursache der Ruhestörung auszumachen; während nur etwa drei von zehn Männern im Alter von 30 Jahren schnarchen, ist in der Altersgruppe der über 55-Jährigen dann schon ein doppelt so hoher Anteil an Betroffenen festzustellen. Allerdings schnarchen gelegentlich auch Frauen. Diversen Studien zufolge sind insgesamt rund 60 Prozent der Männer und „nur“ 40 Prozent der Frauen betroffen.

Folgen des Schnarchens

Prinzipiell werden zwei Arten des Schnarchens unterschieden: Während das häufigere „normale“ (auch als kompensiertes Schnarchen bezeichnet) Schnarchen gesundheitlich unbedenklich ist, kann das mit Atemaussetzern verbundene „apnoische Schnarchen“ vielfältige Beschwerden nach sich ziehen. Die eingeschränkte Sauerstoffzufuhr während des Nachtschlafs wird unter anderem für akute Erschöpfungszustände, Kreislaufbeschwerden, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und sogar Depressionen verantwortlich gemacht – den von dieser Form des Schnarchens Betroffenen ist es deshalb dringend anzuraten, den genauen Ursachen der Atemaussetzer in einem Schlaflabor auf den Grund zu gehen.

Verfügen apnoische Schnarcher somit über eine feste Anlaufstelle, bleiben die Partnerinnen stets allein mit ihrem Problem zurück – dabei ist bei diesen der Leidensdruck zumeist sogar deutlich höher einzuschätzen. Während nämlich der Schnarcher / die Schnarcherin selbst sein / ihr nächtliches Konzert verschläft, werden dem Bettnachbarn / der Bettnachbarin durch den Lärm im Schnitt fünf Stunden Nachtschlaf pro Woche gestohlen; was dann tagsüber nicht nur die naheliegende Erschöpfung, sondern überdies auch konkrete physische Folgen nach sich ziehen kann: So führt die permanente Störung des natürlichen Schlafrhythmus zu einer stärkeren Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und wirkt sich entsprechend ungünstig auf den Blutdruck aus.

Beziehungskiller Schnarchen

Wie ein Forscherteam der University of Surrey in einer Studie analysierte, kann der Schlafmangel des Weiteren auch eine verminderte Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz, eine Verringerung der Fahrtüchtigkeit sowie eine allgemein geminderte Fitness nach sich ziehen: Fällt es den Betroffenen jedoch in aller Regel schwer, ihre diesbezüglichen Einschränkungen nach einer unfreiwillig durchwachten Nacht zweifelsfrei auf die eigentliche Ursache zurückzuführen, kommt der Auslöser / die Auslöserin dieser Beschwerden dennoch nicht ungeschoren davon. Das häufige Hochschrecken aus dem Schlaf stellt sich schließlich mehr als alles andere als eine Belastung für das harmonische Zusammenleben heraus – so findet so manche übernächtigte Frau / Mann angeblich nur noch in „vorübergehenden Aggressionsphantasien“ dem Anderen gegenüber Trost.

So ist es gar nicht selten, dass infolge der aus dem Schlafmangel resultierenden Gereiztheit und (unterschwelligen) Schuldzuweisungen die Liebe allmählich auf der Strecke bleibt: Ebenso ist die aufgrund der Erschöpfung eingeschränkte Libido zu den Risikofaktoren für die Beziehung zu zählen. Wird das gemeinsame Bett nur noch als ein frustrierender Ort wahrgenommen, kann dies schlimmstenfalls auch für eine ansonsten bestens funktionierende Partnerschaft zu einer enormen Belastung werden.

Aktiv werden: Beziehung / Ehe retten! 

Welche Gefahr sich aus dem regelmäßigen Schnarchen ergibt, lässt eine Umfrage von Passion for Live Helathcare erahnen, nach der 31% der Betroffenen der Überzeugung waren, dass ihr Problem eine Einschränkung der Beziehungsqualität nach sich zieht. Zwar sind diese problembewussten Schnarcher gegebenenfalls durch eine Gewichtsreduktion und den Verzicht auf Alkohol und Zigaretten im Idealfall gern dazu bereit, aktiv ihren Anteil zur Verbesserung des Nachtschlafs ihres Partners zu leisten; gänzlich aus der Welt schaffen lässt sich das Schnarchen damit in aller Regel aber leider nicht: Bekanntlich sägen selbst schlanke und gesund lebende Männer Nachts bisweilen ganze Bäume um.

Ebenso lässt sich eine das Schnarchen verhindernde, veränderte Schlafstellung oftmals bedauerlicherweise nicht bewusst praktizieren: Versagen darüber hinaus auch noch von den Herstellern viel gerühmte, in der Praxis aber zumeist nicht immer wirkende Hilfsmittel wie Mundschienen, Nasenspreizer, Kinnbinden oder Nasen- und Mundsprays ihren Dienst, kann dann bei einem anhaltenden Leidensdruck allein der gestörte Partner selbst für Abhilfe sorgen. Neigen insbesondere betroffene Partnerinnen oft über lange Zeiträume dazu, das Durchwachen der Nächte still und missmutig duldend zu erleiden, verspricht ein Wechsel des Schlafortes die bessere Lösung für eine an den Grenzen der Belastbarkeit lavierende Beziehung zu sein. 

Getrennte Schlafzimmer - nicht erst als "letzte Rettung" eine Option

Ist es dem allgemeinen Streben nach Individualisierung geschuldet, dass ohnehin immer mehr Paare dem Charme getrennter Schlafzimmer erliegen, bietet die räumliche Trennung insbesondere auch in diesem Fall die Möglichkeit, der Liebe eine neue Chance zu geben. Angesehen davon, dass zwei bestens ausgeruhte Partner den Alltag naheliegenderweise deutlich harmonischer erleben, können die verschiedenen Schlaforte auch zu einem Zugewinn an Romantik führen. Anstatt sich mit einer eingespielten Routine Abend für Abend nebeneinander „abzulegen“, machen sich nunmehr wieder Verabredungen für ein gemeinsames Stelldichein erforderlich – eine Reminiszenz an die aufregende Phase des Kennenlernens und ersten Verliebtseins, die fraglos reizvolle Züge trägt.

Allerdings ist es bei einer Trennung der Schlafzimmer elementar, dass es auch tatsächlich zu derartigen Rendezvous sowie täglichen Momenten der Nähe kommt: Zunächst einmal ist durch diese Trennung schließlich ein Verlust an zweisam verbrachter Zeit und Intimität zu konstatieren. Gerade das gemeinsame Einschlafen ist in längeren Beziehungen oftmals ein wichtiges Ritual, mit dem sich zwei Menschen auch ohne Worte ihrer Zugehörigkeit zueinander versichern - wenn Partner regelmäßig ihre Nächte in getrennten Betten verbringen, macht sich also auch hier aktive Arbeit erforderlich, um bewusst eine glückliche Partnerschaft gestalten zu können und die Ehe zu retten.

Ihre
Ilona von Serényi, Bergisch Gladbach/Bensberg (Raum Köln)

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