Beziehungskiller Computerspiele, Onlinegames, Playstation etc.

Computerspiele - Lust oder Frust?

Die schnelle Möglichkeit von Entspannung und unterhaltsamer Ablenkung durch Videospiele ist vielen Menschen vertraut. Durch die große Anzahl an spannenden Spieloptionen bleiben kaum Wünsche offen. Die Verfügbarkeit ist immens, und der Unterhaltungswert für zahlreiche spielaffine User entsprechend groß. Doch wann dient ein Spiel nicht mehr nur der persönlichen Freizeitgestaltung, sondern beeinträchtigt darüber hinaus das Sozialleben und nicht zuletzt das Liebesleben des Spielers? Wann nimmt die virtuelle Welt einen höheren Stellenwert ein als die reale Alltagswelt jenseits der Spielekonsole? Wie hoch ist die Gefahr der Abhängigkeit von den beliebten Spielen, und wann drohen die Videogames zum Beziehungskiller zu werden? Spätestens, wenn die Lust am Spiel zum Frust für den Partner wird, der sich möglicherweise vernachlässigt und nicht mehr wahrgenommen fühlt, lohnt ein genaueres Hinsehen. Es gibt vielfältige Kriterien, die als Alarmsignale für ein suchtähnliches Spielverhalten gewertet werden können.

Ursachenforschung - Die Flucht in die virtuelle Welt

Begeisterten Spielern ist häufig nicht bewusst, dass ihr unter Umständen exzessives Spielverhalten problematische Auswirkungen auf die Beziehung haben kann. Die Spielewelt ist voll von ergebnisorientierten Belohnungsprozessen, die ausgesprochen reizvoll sind und in der Intensität in der realen Welt nicht vorkommen. Das Bedürfnis, immer bessere Spielergebnisse zu erzielen, das eigene Punktekonto in die Höhe zu treiben und sich kontinuierlich zu verbessern gilt als immenser Motivator für den Spieler. Der Zeitaufwand, den die stetige Verbesserung der eigenen Leistung bei den Videospielen mit sich bringt, wächst zunehmend. Es liegt auf der Hand, dass diese Zeit irgendwo herkommen muss. In vielen Fällen bleibt der Freundeskreis auf der Strecke und leider auch irgendwann die eigene Partnerschaft. Häufig wird jede freie Minute genutzt, um sich bei den Videospielen nachhaltig zu verbessern. Je mehr Zeit investiert wird, umso größer werden die Spielerfolge. Der Kick des Gewinnens kann zu rauschähnlichen Zuständen führen. Es entstehen Erfahrungen von Euphorie und intensivem Selbsterlebnis, bei denen jedoch die Fähigkeit zu nahen Bindungen mit einem realen Gegenüber zunehmend auf der Strecke bleiben.

Das Erkennen einer tatsächlichen Gefährdung

Nicht jede Phase intensiven Spielens am Computer bedeutet automatisch ein Suchtverhalten. Auch eine Kritik des Partners ist noch kein Äquivalent für eine gescheiterte Beziehung. Allerdings ist es hilfreich, bei Anmerkungen von außen das eigene Verhalten ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Ist das Spiel für ein paar Tage eine spannende Abwechslung, oder wird der Partner über einen längeren Zeitraum hinweg vernachlässigt? Zeigen sich Entzugserscheinungen wie Nervosität oder innere Unruhe, wenn nicht gespielt wird? Gehen die Gedanken zurück zum PC-Spiel, wenn eigentlich gerade der Partner da ist? Gelingt es immer weniger, das Spiel nach ein oder zwei Stunden zu beenden, um Zeit mit dem Partner zu verbringen? Werden Verabredungen abgesagt, um mehr Zeit für das Videospiel zu haben? Wenn diese oder ähnliche Fragen überwiegend bejaht werden, kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu suchen. Nicht immer gelingt es, die Situation selbst in den Griff zu bekommen. Unter Umständen kann es hilfreich sein, das Thema mit einem unbeteiligten Dritten anzusprechen um durch den Blick von außen selbst wieder klarer zu sehen.

Klärung unter gemeinsamen Vorzeichen

Je nach Ausprägung des Spielverhaltens kann es ausreichen, intensive Gespräche mit dem Partner zu führen. Hierbei ist es hilfreich, das eigene Erleben ohne Vorwürfe und ohne eine Vorverurteilung zu beschreiben. Das Gegenüber soll sich nicht entwertet fühlen, sondern sehen können, wie sehr die Playstation etc.  möglicherweise das gemeinsame Liebesleben beeinträchtigt. Häufig reicht es aus, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden, bei dem sowohl das Spielbedürfnis, als auch der Wunsch nach Nähe und gemeinsam verbrachter Zeit ihre Berechtigung haben. Wenn das Spielverhalten des einen Partners jedoch zum Dauerfrustthema für den anderen Partner geworden ist und viele Versuche stattgefunden haben, die Problematik miteinander zu klären, kann das Hinzuziehen eines unbeteiligten Dritten hilfreich sein. Eine Eheberatung bzw. Paarberatung bietet hierbei den Außenblick, bei dem es nicht um Schuldzuweisungen oder einseitige Sichtweisen geht, sondern um eine gemeinsame Lösungsfindung. Die Wahrnehmung beider Sichtweisen und der gegenseitige Respekt stehen hierbei im Vordergrund. Auch eine Einzelberatung kann zunächst sinnvoll sein, um sich die verschiedenen Facetten der Situation anzusehen und mögliche Lösungswege zu erkennen.

Ihre
Ilona von Serényi, Bergisch Gladbach/Bensberg (Raum Köln)

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