Farbsymbolik und Farbwirkung in der Partnerschaft

Farben haben eine starke Symbolkraft und stehen für die Palette der menschlichen Emotionen. Die Farbsymbolik in Partnerschaft und Liebe kennt zuallererst eine Farbe: Rot, die Farbe des Blutes, steht für Liebe und Leidenschaft, ohne die keine Ehe oder Lebenspartnerschaft auskommt. Doch das Blut kann nicht immer nur kochen. Die Liebe hat viele Farben, und darum muss es in einer stabilen und dauerhaften Partnerschaft auch Raum für blaue und grüne Stunden, graue Tage und rosarote Momente geben – jede Farbe steht symbolisch und nach ihrer Wirkung für bestimmte Aspekte oder Phasen einer Beziehung.

 

Über Wirkung und Symbolik der „Farbe der Liebe“ – Ekstase ist kein Dauerzustand

Rot ist die Farbe, die wir am stärksten mit dem Herzen, mit leidenschaftlicher Liebe und mit Sex verbinden. Aber auch im Zorn, beim Kämpfen, bei hitzigen Auseinandersetzungen und immer, wenn das Blut in Wallung gerät, können wir „rot sehen“. Ekstatische Momente zeichnen sich dadurch aus, dass wesentliche Teile der Selbstkontrolle und Selbstdisziplin entweder unwillkürlich verloren gehen oder freiwillig über Bord geworfen werden. Vergangenheit und Zukunft scheinen sich aufzulösen und werden unwesentlich. Nur noch die Gegenwart und das unmittelbare Erleben zählen.

So erstrebenswert, beglückend und befreiend die ekstatischen Momente des Lebens auch sind: Als Basis für eine langfristige Beziehung reicht die Fähigkeit zur gemeinsamen Ekstase nicht aus. Denn weder der Körper noch der Geist können diesen Zustand lange aufrechterhalten. Auf jeden Höhenflug muss eine Zeit der Entspannung, der Erholung und der Sammlung folgen – und wer mit seinem Partner zusammenlebt, sollte auch diese Zeiten gemeinsam erleben und genießen dürfen.

Heiße Gefühle sind jedoch enorm wichtig in einer Beziehung. Kühlen sie im Alltag zu stark ab, leiden meist beide Partner darunter. Das Kribbeln im Bauch stellt sich immer seltener ein oder bleibt ganz aus, das sexuelle Interesse lässt nach, die Leidenschaft wird zur Routine, die Ehe zur Zweckgemeinschaft. Vor diesem Prozess der schleichenden emotionalen Gewöhnung und Abnutzung haben viele Menschen Angst: Die Frage, was man tun kann, um die Schmetterlinge im Bauch auch nach vielen Jahren des Zusammenlebens noch zu spüren, beschäftigt frisch Verliebte ebenso wie Verheiratete, Psychologen, Sexforscher und Eheberater.

Die Wichtigkeit von regelmäßigem und erfüllendem Sex und Erotik in der Paarbeziehung wird oft unterschätzt. Natürlich ist Sex nicht alles. Doch wenn es im Bett Probleme gibt, wirkt sich das früher oder später auf alle Bereiche der Beziehung aus. Manche sagen: „Wenn der Sex stimmt, klappt auch der Rest.“ Andere sagen: „Wenn alles stimmt, klappt’s auch im Bett.“ Tatsächlich ist dabei im Grunde dasselbe gemeint: Man kann das Sexuelle nicht von einem (wie auch immer gearteten) „Rest der Beziehung“ trennen, ebenso wenig, wie man Sex als einen Rest von etwas bezeichnen kann. Alle Farben der Liebe gehören zusammen und bilden in jeder Partnerschaft ein Farbenspiel mit unverwechselbaren Kontrasten.

 

Erotik muss nicht immer Rot sein

Ebenfalls oft unterschätzt wird die Bandbreite der Sexualität. Vor allem Partner, die sich schon gut bzw. länger kennen, haben hier viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren und individuelle Formen der gemeinsamen Sinnlichkeit zu entdecken. Das bedeutet nicht automatisch wilde Experimente im Bett: Viel mehr geht es darum, Intimität, Zärtlichkeit und Erotik so in den Alltag zu integrieren, dass die körperliche Nähe nicht auf das Bett bzw. die Zeit beim und rund um den Geschlechtsverkehr beschränkt ist.

Küsse in der Küche, Umarmungen auf der Straße, ein gemeinsames Bad, Kuscheln auf dem Sofa, Hand-in-Hand-Gehen und Streicheleinheiten aller Art sind wohltuend für Haut und Herz. Man könnte sie als die rosa Variante der Leidenschaft bezeichnen. Sie sorgen dafür, dass der Kontakt zwischen den Partnern auch dann nicht abreißt, wenn es gerade wenig Zeit oder Gelegenheiten für ekstatischen Sex oder leidenschaftliche Nächte gibt. Sie helfen beim Stressabbau, stärken das Selbstbewusstsein, machen Mut und trösten über viele kleine Missliebigkeiten im Berufs- oder Familienleben hinweg.

Sinnlichkeit und erotische Momente im Alltag sind zudem immer wie kleine Verheißungen und Bestätigungen: Sie wecken die Vorfreude, ohne sexuellen Leistungsdruck aufzubauen, und vermitteln zudem die Sicherheit, nach wie vor vom Partner begehrt und geliebt zu werden.

 

Blaue Stunden stärken den Zusammenhalt

Die Farbpsychologie kennt Blau als jene Farbe, die symbolisch für Treue, Beständigkeit und ruhigen Gleichklang steht. Die blaue Blume ist ein altes Symbol für Romantik, und nicht umsonst trägt ein zartes Blümchen mit blauen Blüten den schönen Namen Männertreu. Die Farbwirkung der Farbe Blau assoziiert auch Begriffe wie Weitsicht, Abgrenzung, nüchterne Betrachtung, kühle Überlegung, Wissen und Erfahrung.

In einer festen Beziehung sind die blauen Stunden ganz wichtig. Sie sind die Zeit für die seelische und geistige Liebe: für Nähe und Verständnis, tiefe Gespräche und das gemeinsame Lachen oder genießerische Schweigen der inneren Übereinstimmung.

Wie ein Paar seine blauen Stunden organisiert, gestaltet und um welche Themen es dabei geht, kann ganz unterschiedlich sein. Sehr viel hängt davon ab, wie stark und wie lange die beiden Partner in andere Aufgabenbereiche eingebunden sind, etwa den Job oder die Betreuung der Kinder. Wesentlich ist auch hier, dass diese Farbe nicht in der Routine untergeht und auf Dauer zu kurz kommt. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich auch auf der geistigen Ebene auszudrücken, mitzuteilen und verstanden zu werden, auch wenn dieses Bedürfnis von Mensch zu Mensch und von Tag zu Tag unterschiedlich gezeigt und ausgelebt wird.

In den blauen Stunden des geistigen Austauschs ist Raum für das Erzählen oder Aufarbeiten der heute erlebten Geschichten und den notwendigen Informationsaustausch und „Update“ zweier Menschen, die ihre Leben teilen. Auch das Schwelgen in Erinnerungen oder in den Freuden des gemeinsamen Humors schweißt Paare zusammen. Durch Sprechen und Zuhören können Paare ihre Gemeinsamkeiten vertiefen und aus Unterschieden Ergänzungen machen.

Je öfter und je intensiver Liebende in glücklichen bzw. zufriedenen Zeiten kommunizieren, desto besser verstehen sie sich: Sie lernen, ihre eigenen und die Bedürfnisse des Partners zu erkennen, zu verstehen und gegebenenfalls in zielführende Handlungen umzusetzen. Sie entwickeln eine gemeinsame Form und eigene Routinen der Kommunikation, die ihnen auch in schwierigen Zeiten zugutekommen. Die Vertrautheit vieler zusammen erlebter blauer Stunden vermittelt Sicherheit und Optimismus, auch wenn es in der Beziehung einmal kriseln sollte.

Wer grundsätzlich viel miteinander redet, lacht, denkt und plant, geht an Konflikte und Krisen viel gelassener heran. Das Gefühl, es gemeinsam schaffen und sich in den wesentlichen Punkten aufeinander verlassen zu können, ist dann stärker, und es wird viel eher nach Lösungen gesucht als in Problemen herumgestochert. In der Praxis des Eheberaters oder Paartherapeuten können beispielsweise sehr leidenschaftliche oder temperamentvolle Paare lernen, sich bei Konflikten nicht zu weit von der Sachebene zu entfernen oder einen Streit nicht eskalieren zu lassen.

Zu viel Gelb kann die Liebespalette vergiften

Gelb wird der Mensch, in der Symbolik der Farben gesprochen, vor Neid oder Eifersucht. Dann läuft ihm sprichwörtlich die Galle über, etwas geht ihm an die Nieren oder ihm läuft eine Laus über die Leber. Diese Verdauungsorgane und ihre Säfte bzw. Ausscheidungen wurden schon im Altertum besonders stark mit der Farbe Gelb in Verbindung gebracht, die unmittelbare Farbwirkung liegt der Farbsymbolik in Überlieferung und Farbpsychologie meist zugrunde.

Eifersucht ist im Grunde eine Mischung der drei stärksten Gefühle, zu denen Menschen fähig sind: Furcht, Liebe und Zorn. Die Angst, den anderen zu verlieren oder selbst nicht gut genug für ihn zu sein. Der Zorn auf eventuelle Konkurrenten, auf den Partner, der der Untreue verdächtigt wird, und natürlich auf sich selbst – weil man sich schwach, furchtsam oder verbittert fühlt und diesen negativen Gefühlen scheinbar nichts entgegenzusetzen hat, auch wenn man sie gar nicht fühlen möchte. Und nicht zuletzt die Liebe, aus der heraus man den anderen braucht, ihn haben und festhalten will.

Liebe macht stark, aber gleichzeitig macht sie auch schwach und verletzlich. Man will sich davor nicht schützen müssen und öffnet einem anderen Menschen sein Herz. Scheint die Liebe dann bedroht, verraten oder enttäuscht, ist das ungeschützte Herz einer Vielzahl möglicher Verletzungen ausgesetzt, und nicht selten wird der Partner selbst als Gefahr wahrgenommen.

Eifersucht muss nicht begründet sein, um eine Ehe zu gefährden oder eine Beziehung zu belasten. Der Umgang mit diesem Gefühl ist immer für beide Seiten schwierig, schon allein deshalb, weil es keine auch nur annähernd sichere oder gar richtige Strategie dabei gibt. Das liegt einerseits daran, dass Eifersucht so viele und auch sehr komplizierte Gründe haben kann, und andererseits daran, dass es fast nie wirklich hilft, diese Gründe zu kennen oder auszusprechen.

Die meisten von Eifersucht geplagten Paare, die Hilfe beim Eheberater oder Paartherapeuten suchen, haben ziemlich klare Vorstellungen von den Ursachen der Eifersucht. Auch deren meist zerstörerische Wirkung ist ihnen in aller Regel bewusst. Aber das gelbe Gefühl ist hartnäckig und nicht einfach mit Vernunftargumenten totzukriegen. Es verbittert das Herz, brennt unter den Nägeln und vergiftet viele Momente, die ohne diese Gefühlsfarbe sehr schön gewesen wären.

Gemeinsam einen Weg aus der Eifersuchtsspirale zu finden, bedeutet oft viel Arbeit am Eingemachten – denn hier geht es ums Urvertrauen, ums Selbstwertgefühl und um tief sitzende Ängste. Doch dieser Weg lohnt sich: Wer es schafft, mit seiner Eifersucht fertigzuwerden oder sich soweit mit ihr zu versöhnen und zu arrangieren, dass sie ihm die Liebe nicht mehr vergilben und vergällen kann, leistet damit einen großen Beitrag zu mehr Glück, Erfüllung und Zufriedenheit in seinem weiteren Leben und in der Partnerschaft.

 

Viel grünes Licht in der Beziehung - die „Lebensfarbe“ steht symbolisch für Hoffnung

Grüntöne assoziieren wir mit der Welt der Pflanzen – mit Frische, Wachstum, Flexibilität und dem Streben nach Licht und neuem Raum. Grün ist die Hoffnung, das sagt schon ein altes Sprichwort. Und Grün steht auch für Neugierde, Offenheit und Zuversicht: Bei grünem Licht ist die Bahn frei, und es kann losgehen. Solange alles im grünen Bereich ist, brauchen wir uns keine tiefergehenden Sorgen zu machen.

In einer funktionierenden Ehe bzw. Paarbeziehung sind die Partner nicht nur durch ihre gemeinsame Gegenwart und in zunehmendem Maße durch eine gemeinsame Vergangenheit und geteilte Erinnerungen verbunden. Beide sehen auch eine Zukunft für ihre Beziehung, auf die sie sich freuen und der sie neugierig und optimistisch entgegengehen.

In schweren Zeiten kann der Blick in die Zukunft natürlich auch getrübt sein und Zweifel, Sorgen oder Angst auslösen. Eine Beziehungskrise, etwa wegen eines Seitensprungs oder anderen Vertrauensbruchs, kann dazu führen, dass die gemeinsame Zukunft auf einmal längst nicht mehr so gesichert oder erstrebenswert erscheint und man sich zum ersten Mal Gedanken über eine mögliche Trennung macht. Dasselbe kann passieren, wenn sich in der Beziehung die Langeweile eingeschlichen hat – oder wenn Veränderungen der Lebensumstände, etwa eine Kündigung oder eine Krankheit, die bisherigen Pläne und Ziele verzögert oder gar ins Reich des Unrealistischen oder Unmöglichen verschiebt.

In solchen Situationen suchen viele Paare Rat und Hilfe bei einer Eheberatung oder in der Paartherapie. In der Beziehung ist nicht mehr alles im grünen Bereich, und der Blick nach vorn fällt schwer oder ist durch scheinbar unüberwindliche Hindernisse verstellt. Trotzdem wollen die Partner weiterhin aneinander und an ihre Liebe glauben und an der Idee von einer gemeinsamen Zukunft festhalten – sie sehen lediglich gerade den Weg dorthin nicht klar.

Wenn zwei Menschen zu einer Eheberatung oder Partnertherapie kommen, um herauszufinden, ob ihre Ehe noch zu retten ist oder ihre Beziehung eine zweite Chance verdient, hängt viel von den individuellen Zukunftsvorstellungen der Partner ab. Der Mensch neigt dazu, verschiedene Alternativen anhand ihres Schwierigkeitsgrades zu bewerten und den leichteren Weg vorzuziehen. Was als leichter oder schwerer empfunden wird, hängt jedoch viel weniger von Art oder Ursache der aktuellen Beziehungskrise ab als von der grundsätzlichen Einstellung zueinander.

Wer sich die Zukunft ohne den anderen leichter vorstellt und darin mehr Raum, mehr Licht, mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten für sich selbst sieht, wird gerade in Krisenzeiten den Gedanken an eine Trennung oder Scheidung als sehr verlockend empfinden. Im Gegensatz dazu wirkt die Vorstellung, weiterhin zusammenzubleiben, eher bedrückend – als müsse man, um den anderen bzw. die Beziehung nicht aufzugeben, sich selbst aufgeben. Sind beide jedoch im Grunde ihres Herzens davon überzeugt, dass jede noch so schwere gemeinsame Zeit immer noch leichter ist als die Vorstellung einer Zukunft ohne den Partner, gibt es auch gute Chancen, einen Weg zur Überwindung der Krise zu finden – zu zweit oder mit Hilfe eines psychologischen Eheberaters oder Paartherapeuten.

Der Mensch blickt in die Zukunft wie kein anderes Lebewesen. Und weil die Zukunft ja noch gar nicht da ist, kann sie sich beliebig verändern – je nachdem, in welcher Stimmung und aus welchem Blickwinkel man sie sich ansieht. Beim Träumen, Phantasieren oder Philosophieren kann man sich die Zukunft ganz nach Wunsch gestalten, einrichten und ausmalen. Gleichzeitig sitzt im Kopf eines jeden Menschen ein kleiner Statistiker, der vor dem Hintergrund seiner gesammelten Erfahrungswerte das jeweilige Bild als eher wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich bewertet.

Unrealistische Wünsche, Ziele und Vorstellungen führen jedoch selten zum grünen Licht oder in den grünen Bereich. Meist sind sie vielmehr eine Art Schatten oder Ballast für Seele und Geist: Sie bringen einen zum Grübeln, rauben einem den Schaf, machen Brust und Kehle eng und sorgen dafür, dass sich Gedanken, Handlungen und Situationen nicht entwickeln, sondern im Kreis drehen, verheddern, verstauben oder fruchtlos verwelken.

Um die Grüntöne der Beziehung in einer Partnerberatung oder Paartherapie wieder sichtbar zu machen bzw. zu stärken, kann das Paar beispielsweise lernen, wieder mehr Neugierde füreinander zu entwickeln und nötigen oder bereits eingetretenen Veränderungen mit Optimismus und neuen Ideen statt mit Angst, Wut oder Verdrängung zu begegnen. Der Blick nach vorn ist hilfreich und befreiend, wenn man sich zu sehr in aktuellen Komplikationen oder vergangenen Problemen verstrickt hat und das Loslassen schwer fällt.

Letztlich ist Veränderung die einzige Konstante im Universum – das einzige, auf das wir uns immer verlassen können. Es erfordert viel Zuversicht und Vertrauen, sich darin sicher, geborgen und glücklich zu fühlen – und wer einen Menschen gefunden hat, mit dem sich das teilen und noch intensiver erleben lässt, wird diesen Schatz nicht leichtfertig aufgeben wollen.

Ihre
Ilona von Serényi, Bergisch Gladbach/Bensberg (Raum Köln)

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