Geld und Partnerschaft – Streit vermeiden

Geld ist eines der häufigsten Streitthemen in Beziehungen und gilt einigen Forschern zufolge als Trennungsgrund Nummer eins. Kein Wunder, bieten Finanzen doch gleich mehrere potenzielle Konfliktpunkte, die Beziehungen belasten und sogar zerstören können. So hat zum Beispiel eine Studie der University of Virginia herausgefunden, dass Streitereien um finanzielle Themen die Trennungswahrscheinlichkeit um 70 Prozent ansteigen lassen. Dabei liegt Geld beziehungsweise der Streit ums Geld noch weit vor ebenfalls klassischen Streitthemen wie etwa der Aufteilung von Hausarbeit. Doch das muss nicht sein. Wer dazu bereit ist, Problemen offen und ehrlich zu begegnen und konstruktiv an diesen zu arbeiten, hat auch auf diesem Gebiet gute Chancen, potenziellen Fallstricken zu entgehen. Und wer das schafft, geht in der Regel als Paar gestärkt aus solchen Belastungsproben hervor.

 

Partnerschaftliche Finanzen – Geld in der Beziehung

Geld muss nicht automatisch für jeden dieselbe Bedeutung haben. Wie mit Geld umgegangen wird, hängt zu einem großen Teil von der jeweiligen Persönlichkeit ab. Während einige auf Sicherheit und größtmögliche Übersicht über die eigene finanzielle Lage Wert legen, sind andere auch in finanziellen Dingen gerne spontan und dem Eingehen von Risiken durchaus nicht abgeneigt. Das ist solange kein Problem, wie sich das eigene Verhalten in einem angemessenen und gesunden Rahmen bewegt - und solange nicht zwei gegensätzliche Einstellungen der grundsätzlichen Abmachung partnerschaftlicher Finanzen entgegen wirken. Die alte Weisheit "Gleich und Gleich gesellt sich gern" gilt zwar nicht nur in finanziellen Dingen, besitzt aber gerade bei diesen eine ganz besondere Gültigkeit. Was in der ersten Verliebtheit noch von der rosaroten Brille kaschiert wird, tritt mit deren Abflauen immer mehr in den Vordergrund. Dies führt nicht selten zu Ernüchterungen und ersten Zweifeln am Partner sowie an der Beziehung. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um Themen, die im weiteren Verlauf der Beziehung zu Problemen werden könnten, anzusprechen. Ein Ausschweigen kann nämlich nicht nur zu einer Trennung, sondern zu noch viel größeren Problemen führen.

So kann z.B. ein Partner beginnen, Schulden zu machen und sich bei einem „finanziellen Engpass“ auch Geld bei Ihrem Partner zu leihen. Wenn der andere Partner dies macht, mag das zwar hilfreich und nett gemeint sein, kann im Endeffekt jedoch – je nach Größenordnung - ein unvorteilhaftes Machtgefüge innerhalb der Beziehung schaffen. Partnerschaftliche Finanzen erfordern Vertrauen, welches durch Handlungen bestätigt wird.

 

Kompromisse in Ehe und Partnerschaft – auch beim Geld?

Sie möchten auf ein neues Auto sparen, Ihr Partner will lieber in die Ferne reisen. Sie denken an die Zukunft, Ihr Partner lebt im Hier und Jetzt. Tauchen ständig solche unterschiedlichen Prioritäten auf, kann dies auf Dauer die Beziehung stark belasten. Insbesondere in diesem Zusammenhang gilt es, Kompromisse zu finden. Die Grundvoraussetzung hierfür ist, dass nicht nur Sie, sondern auch Ihr Partner bereit ist, diese einzugehen. 

Darüber hinaus kann wegen unterschiedlicher Auffassung in Finanzfragen auch die Planung einer gemeinsamen Zukunft sehr schwierig werden. Wenn ein Partner überhaupt nicht an langfristige Investitionen denken mag und sich für diese schon gar nicht in der Gegenwart einschränken will, sieht es mit größeren gemeinsamen Ausgaben wie etwa für ein Eigenheim oder ggfs. auch einer ausreichenden Altersversorgung eher schlecht aus. Dies sollten Sie bedenken, bevor Sie gemeinsame Zukunftspläne schmieden.

 

Finanzen in der Partnerschaft – Wer zahlt wofür?

Nicht nur der unterschiedliche Umgang mit Geld, sondern auch die Fragen, wer wie viel zu den gemeinsamen Finanzen beisteuert und wer für welche Ausgaben aufkommt, kann zu einer echten Zerreißprobe für die Beziehung werden. Vor allem, wenn ein Partner deutlich mehr als der andere verdient, kann es zu Streitigkeiten und Konflikten kommen. Während der Mehrverdiener es möglicherweise nicht einsieht, auch mehr bezahlen zu müssen, versteht derjenige mit dem niedrigeren Gehalt vielleicht nicht, warum er gleich viel beisteuern soll, obwohl er ja insgesamt weniger zur Verfügung hat. Dies kann schnell dazu führen, dass sich einer der beiden Partner benachteiligt und eventuell sogar ausgenutzt fühlt. Hier ist viel Feingefühl nötig sowie die Bereitschaft, die Dinge auch einmal aus der Perspektive des Partners zu betrachten. Beide Partner sollten sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es in einer Beziehung um ein wechselseitiges Geben und Nehmen geht, welches nicht auf finanzielle Dinge begrenzt ist. Das Geben und Nehmen sollte zwar im Großen und Ganzen ausgeglichen sein, kann aber in gewissen Teilbereichen sowie so bestimmten Zeiten auch einmal zugunsten eines Partners ausfallen.

 

Gemeinsames oder getrenntes Konto?

Obwohl verheiratete Paare immer noch häufig die Option eines gemeinsamen Kontos wählen, geht der Trend deutlich hin zu getrennten Konten. Dies mag nicht nur an den allgemeinen gesellschaftlichen Tendenzen liegen, sondern wohl auch am großen Konfliktpotenzial, das gemeinsame Konten bergen.

Dabei ist das Prinzip hinter gemeinsamen Konten denkbar einfach: Beide Einkommen fließen auf ein Konto, auf das beide Partner gemeinsam Zugriff haben. Was so simpel klingt, birgt jedoch jede Menge Stoff für Beziehungsstress. Der beginnt bereits damit, dass ggfs. einer vom anderen Rechtfertigungen für getätigte Ausgaben verlangt. Dies mag für den einen gut und recht erscheinen, bedeutet für den anderen jedoch die Aufgabe seiner finanziellen Freiheit. Kaum jemand möchte sich als Erwachsener dafür rechtfertigen, wofür er sein Geld ausgibt. Dem Gegenüber ist es jedoch auch verständlich, dass beide Partner wissen wollen, wofür und warum Geld ausgegeben wurde. Bei gemeinsamen Konten ist es jedoch schwierig festzustellen, wessen Geld nun tatsächlich ausgegeben wurde. Auch das kann rasch dazu führen, dass sich einer der beiden Partner ausgenutzt fühlt. Prallen dann noch unterschiedliche Einstellungen zu Geld sowie verschiedene Prioritäten aufeinander, ist Streit nur eine Frage der Zeit. Daher sollte die Einrichtung eines gemeinsamen Kontos gut überlegt sein. Im Zweifelsfall sind getrennte Konten bzw. ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben und ansonsten getrennte Konten die bessere Variante.

 

Was Sie tun können, wenn finanzielle Dinge die Beziehung belasten

Wenn um Geld gestritten wird, nimmt dieses meist nur eine Stellvertreterrolle ein. Geld repräsentiert für viele nicht nur Erfolg, Anerkennung, Freiheit und Unabhängigkeit, sondern auch Zuneigung. Vor allem aus diesem Grund ist Geld in der Beziehung sein so sensibles Thema, welches nicht selten zum Beziehungsende führt.

Wie bei allen anderen potenziellen Konfliktpunkten gilt auch in Gelddingen: Sprechen Sie das Problem direkt an. Direkte und ehrliche Kommunikation ist das A und O in zufriedenen Beziehungen. Ist eine Beziehung gesund, muss sie das Ansprechen von Problemen verkraften. Achten Sie dabei jedoch auf Ihre Herangehensweise. Formulieren Sie hauptsächlich Ich-Botschaften und vermeiden Sie es, den Partner zu entwerten und herabzusetzen. Bemühen Sie sich, die Position Ihres Partners nachzuvollziehen und seinen Standpunkt zu verstehen und das auch zum Ausdruck zu bringen. Das muss noch lange nicht heißen, dass Sie diesen auch übernehmen. Es hilft jedoch dabei, einen wirklichen Lösungsweg zu finden. Wenn auch Ihr Partner dazu bereit ist, mit Ihnen zusammen die Probleme zu lösen, haben Sie gute Chancen, diese zu überwinden.

Ihre
Ilona von Serényi, Bergisch Gladbach/Bensberg (Raum Köln)

Zurück zur Themenübersicht

Ilona von Serényi - Paartherapie & Eheberatung Köln
Gartenstraße 7, 51429 Bergisch-Gladbach (Bensberg)
Telefon: 02204/42 50 007