Zusammenhang zwischen Partnerschaft und depressiven Erkrankungen

Es besteht ein mittlerweile gesicherter Zusammenhang zwischen Paarproblemen und der Ätiologie sowie dem Verlauf von Depressionen. In einer Studie von O’Leary, Risso und Beach konnte nachgewiesen werden, dass Paarkonflikte häufig zu Depressionen führen. Dabei nennen 60% der Betroffenen Paarprobleme als Hauptursache für ihre Depression [1]. Es lassen sich allerdings Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen. Bei Männern führen eher Depressionen zu Paarproblemen, bei Frauen aber eindeutig Eheprobleme zu Depressionen [2]. Depressive Menschen berichten deutlich häufiger über Stress in der Partnerschaft und sozialen Beziehungen [3]. Auch korreliert die Schwere der Erkrankung eng mit der Qualität der Partnerschaft [4,5]. Insgesamt erhöhen Partnerschaftsprobleme das Risiko an einer Depression zu erkranken um 30% und auch das Rückfallrisiko bei bereits behandelter Depression ist bei einer negativen Partnerschaft 6 Mal größer als bei einem unterstützenden Partner [6,7,8,9].

Für den Partner eines depressiven Patienten ist die Situation häufig ebenfalls sehr schwierig. Er erfährt durch die Erkrankung seines Partners hohen psychischen Stress und zieht sich dadurch zurück [10,11,12]. Er erlebt Einschränkungen im täglichen Leben, bei sozialen Aktivitäten, Spannungen in der Partnerschaft und in der Sexualität [13].

Umgekehrt wirkt sich eine positive Partnerschaft in den meisten Fällen positiv auf den Behandlungsverlauf aus. Der Partner ist eine hoch signifikante förderliche oder hemmende Variable im Therapieprozess und hat auch großen Einfluss auf Rückfälle [14,15].

Die Partnerschaft ist damit ein zentrales Schlüsselelement für Ätiologie, Verlauf und Rückfalleigenschaften depressiver Erkrankungen. Daher ist eine Paartherapie in Fällen mit schlechter Partnerschaftsqualität indiziert. Der Einbezug des Partners in die Therapie ist in vielen Fällen sehr sinnvoll [3].

  1. O‘Leary, Risso & Beach, 1990
  2. Anderson et al., 1997
  3. Bodenmann et al., 2001
  4. Billings & Moos, 1982
  5. Monroe et al., 1986
  6. Weissman, 1987
  7. Hooley & Teasdale, 1989
  8. Fiedler et al., 1998
  9. Florin et al., 1992
  10. Benanzon & Coyne, 2000
  11. Bodenmann, 2000
  12. Coyne et al., 1987
  13. (Fadden et al., 1987
  14. Belsher & Costello, 1988
  15. Beach, Fincham & Katz, 1998

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Ilona von Serényi, Bergisch Gladbach/Bensberg (Raum Köln)

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